Netzwelt Es herrscht wieder Frieden im Land. Über drohenden Sonnenbrand und unterschwellige Existenzangst

Es herrscht wieder Frieden im Land. Über drohenden Sonnenbrand und unterschwellige Existenzangst

„Das Sommerloch (engl. Silly Season) ist eine Bezeichnung der Massenmedien, besonders der Tagespresse und der Nachrichtenagenturen, für eine nachrichtenarme Zeit, die vor allem durch die Sommerpause der politischen Institutionen und Sport-Ligen ferner auch der kulturellen Einrichtungen bedingt ist.“ WIKIPEDIA.

Ganz krisenbewusst verlegen die einzelnen Bundesländer jedes Jahr den Sommerferienbeginn immer weiter nach vorne und immer weiter auseinander (Niedersachsen 24.06. vs. Bayern 02.08.) und bringen damit die Wirtschaft in eine gut zwei Monate andauernde künstliche Rezension.


Einzelhändler locken mit 3-zu-2-Angeboten, Gastronomen verlängern die Happy-Hour, Kinos preisen ihre gute Klimaanlage und Freiberuflern stehen anhand der regelmäßig weiterlaufenden Mietforderungen die Haare zu Berge und sie denken ans Auswandern.

Mehr noch als sonst. Aber dann geben sich die Redakteure der bundesdeutschen Medien wieder einen Ruck und berichten gekonnt über Ferienpassaktionen, Campingtipps, die Pflege des eigenen Gartens und über die Einbruchserie im Villenviertel der Stadt. Einstimmig: Online und Print – als gäbe es nicht anderes.

Online-PR kann man zwar das ganze Jahr gestalten, aber wie sieht es mit der eigenen inneren Befriedigung aus? Im Grunde weiß der Profi ja, dass die mühevoll erarbeiteten Inhalte nur noch von einem kleinen Teil der Gemeinde gelesen werden.

Und dass die Portalbetreiber, Blogger und Twitterer, die sonst jeden noch so kruden Post aufgreifen, nicht mehr vollzählig zu Verfügung stehen.
Die Statistiken vom Vorjahr belegen eindeutig den Einbruch der Zugriffszahlen in den Monaten Juli und August. Der Workflow ist augenfällig unterbrochen.

Google wird der beste Freund, weil Arbeitsergebnisse nur noch dort unmittelbar Wirkung zeigen. Meldung für Meldung verschwindet nach und nach in der Timeline der Presseportale, Post für Post geht den ewigen Weg in die Archive der Social Networks. Kein Kommentar, kein Retweet.

Der Fortgeschrittene unter den PR-Arbeitern wird jetzt einwenden: „Ja, aber im Sinne der Suchmaschinenoptimierung und der Linkpopularität geht es doch weiter, da gibt es doch gar keine Unterbrechung.“

Stimmt, macht aber nicht so viel Spaß wie sonst. Und was ist eigentlich so schlimm daran, wenn wir uns zeitweise eine Auszeit vom Medien-Hype geben? Wenn wir die Saure-Gurken-Zeit dazu nutzen, das iPhone abzuschalten, unsere Bildschirme dunkel zu lassen, über unsere Erfolge und Strategien offline nachdenken und das ein oder andere gute Buch in die Hand nehmen?

Ganz nach Miriam Meckel und ihrem Bestseller: „Das Glück der Unerreichbarkeit“ um einfach mal andere Dinge zu tun als jeden Tag/Woche/Monat.

Vielleicht wollen wir ja auch im Privaten dem Zufall und der Spontanität des Lebens eine Chance zu geben. Das Konzept unserer Existenz bleibt uns ohnehin verborgen, aber an den Schnittstellen von Lebensfreude, Kreativität und realer Kommunikation mit echten Menschen merken wir erst, wer wir wirklich sind.

Der Mut zur realen Existenz befreit auch von vielen Ängsten und bringt uns weiter auf unserem Weg zur authentischen Persönlichkeit. Keine Ablenkung, kein Stromverbrauch.

Quelle: Redaktionsbüro für Bild + Text - Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit Frank-Michael Preuss - Fotograf & Journalist - Hannover http://www.fmpreuss.de - http://redaktionsbuerofuerbildundtext.blogspot.com

 

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