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Reise/Travel

Panorama-Radtour zum „grünen Fürsten“

Neue individuelle Rundtour führt zu den schönsten An- und Aussichtspunkten in Potsdam mit dem Ziel der Ausstellung „Pückler. Babelsberg – Der Grüne Fürst und die Kaiserin“ im Schloss und Park Babelsberg

 

Auf den Sattel und in die Pedale. Für individuelle Radler hat die PMSG Potsdam Marketing und Service GmbH in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) und weiteren Partnern eine neue Panorama-Radtour „Pückler. Babelsberg“ entwickelt.
Die Rundtour ist 13 km lang und führt individuelle Freizeitradler und Touristen mit dem eigenen oder geliehenen Rad zu den schönsten und spektakulärsten An- und Aussichten auf Potsdam. Der Weg ist das Ziel auf der vorgeschlagenen Strecke, die immer wieder die besten Gelegenheiten für Fotostopps und Besichtigungen der touristischen Highlights inmitten des UNESCO-Welterbes bietet. Nahezu überall begegnet man der fürstlich angelegten Gartenkunst und die bewusst inszenierten Sichtachsen, die ein typisches Erkennungsmerkmal des Gartenarchitekten Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) sind.  

Der Einstieg in die Rundtour ist überall möglich. Vorbei an vielen weiteren prominenten Plätzen schlängelt sich die Panorama-Radtour durch Potsdam: Entlang am Landtagsgebäude durch die Potsdamer Mitte, durch das Holländische Viertel, an der Russischen Kolonie Alexandrowka und zum Belvedere auf dem Pfingstberg. Ein verbindendes Element ist die Sichtachse vom Pfingstberg auf die Park- und Schlösserlandschaft Babelsberg sowie von dort zurück auf das historische Ensemble. Das Ziel und gleichzeitig der Höhepunkt der Radtour sind der Park und das Schloss Babelsberg – eine der wichtigsten Schöpfungen des großen Gartenkünstlers Pücklers. Hier spiegelt sich seine Leidenschaft für Gartenarchitektur wider.

Im Herzen der Potsdamer UNESCO-Welterbestätte präsentiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in diesem Jahr die Sonderausstellung „Pückler. Babelsberg – Der Grüne Fürst und die Kaiserin“ vom 29. April bis 15. Oktober 2017. Die Ausstellung gewährt einen Einblick in die gartenkünstlerische Trickkiste des Fürsten Pückler. Faszinierende Aussichten aus sämtlichen Perspektiven mit den erstmals wiedererlebbaren rauschenden Wasserspielen und den plätschernden Brunnen versprechen einen bleibenden Eindruck beim Besucher zu hinterlassen. www.spsg.de

Orientierung finden die Rad-Ausflügler in dem neu aufgelegten Flyer „Panorama-Radtour“. Er enthält eine Radkarte mit der Streckenführung und den wichtigsten Stationen und Fotostopps und viele weitere wertvolle wie praktische Informationen. Tipps gibt es zu den Radverleihstationen von „Pedales“, zum Potsdamer Wassertaxi, zu den Öffnungszeiten, Preisen und Kontaktdaten der Ausstellung im Schloss und Park Babelsberg sowie zum Belvedere auf dem Pfingstberg. Empfohlen wird auch ein begleiteter Ausflug mit einem Guide, der Hintergründen und Fakten über die Landschafts- und Gartengestaltung gibt. Zum Download Flyer

Weitere touristische Informationen wie Führungen, Übernachtungsmöglichkeiten und Veranstaltungen in Potsdam sind in den drei Potsdamer Tourist Informationen erhältlich sowie auf der Webseite www.potsdamtourismus.de

«Ein Luzerner Jedermann», Bericht der Medienkonferenz von Gabriela Bucher – Liechti

Theaterplatz Luzern Symbolbild c Zentralplus arup
Theaterplatz Luzern Symbolbild c Zentralplus arup
Anlässlich der Medienkonferenz von Dienstag, 4. April informierte der Intendant des Luzerner Theaters Benedikt von Peter über das Projekt «Ein Luzerner Jedermann»: In Kooperation mit den Freilichtspielen Luzern wird ab dem 25. Mai 2018 auf dem Jesuitenplatz dieses Freilichtspektakel nach Hugo von Hofmannsthal aufgeführt. Bis Ende Juni 2018 sind 21 Aufführungen vorgesehen.

v.l.n.r.Christoph Risi, Thomas Schulte-Michels, Benedikt von Peter, Foto Ingo Höhn
v.l.n.r.Christoph Risi, Thomas Schulte-Michels, Benedikt von Peter, Foto Ingo Höhn

 

Von Peter erzählte, wie erstaunt er gewesen sei über die Dichte der Laientheater auf der Luzerner Landschaft, ein ungehobener Schatz, meinte er. Mit diesem «innerstädtischen Freilichtspiel» möchte er eine Plattform schaffen für eine Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land und den existierenden Graben zuschütten. Schauspieler/-innen des Ensembles, Gäste (keine unbezahlbaren Stars, bekräftigte er) und unzählige Laienschauspieler/-innen aus Stadt und Land werden mitwirken. Es soll eine Mischung aus Mundart und Hochsprache, aus Musik und Akrobatik werden, «etwas zwischen heiligem Geist und Spass», scherzte er. Der Hauptdarsteller, dessen Namen noch nicht verraten wurde, ist unüblicher Weise erst 30-jährig, denn es sei viel erschreckender, wenn ein Junger abgeholt werde.

v.l.n.r.Christoph Risi, Thomas Schulte-Michels, Benedikt von Peter, Foto Ingo Höhn

 

Von Peter und Christoph Risi der Freilichtspiele Luzern bestätigten, dass sie gut unterwegs seien. Es habe zwar Überzeugungsarbeit gebraucht, aber sie hätten den Zuspruch der Stadt. Der Jesuitenplatz mitten in der Innenstadt ist insofern ideal, als er einerseits so zentral gelegen ist und nahe beim Theater, welches als Ausweichmöglichkeit bei Schlechtwetter dienen wird. Zudem sind etliche Infrastrukturen bereits vorhanden und müssen nicht neu erfunden werden. Dass es einige Bedenken aus dem Weg zu räumen galt ist verständlich, denn die geplante Tribüne wird in die Reuss ragen. Die Zuschauer auf den obersten Rängen sitzen also über dem Wasser. Das sei ein vorübergehender Eingriff in das Stadtbild, auch wenn man bemüht sein werde, dieses Podest so zu gestalten, dass es sich optimal einbette in die Kulisse der Altstadt. Dass die Stadt sich damit einverstanden erklärt habe, sei sehr lobenswert.

Als Regisseur hat Benedikt von Peter den in Basel lebenden Thomas Schulte-Michels gewinnen können. Dieser erklärte seine Motivation, bei dieser Produktion mit dabei zu sein auf äusserst unterhaltsame und humorvolle Weise. Anfänglich sei er skeptisch gewesen, habe prüfen wollen ob die Chemie stimme zwischen ihm und von Peter. Dass sie dies durchaus tut zeigte die sehr lockere Stimmung an der Medienkonferenz. Sie wünschen sich nun beide, den Schwung, den sie verspüren, zur gegebenen Zeit auf das Ensemble und die Laienschauspieler übertragen zu können. Auch Schulte-Michels lobte die Stadt Luzern für ihre nicht selbstverständliche Bereitschaft und ihren Mut, das Projekt zu unterstützen.

Im Herbst werden die Ausschreibungen vorgenommen, von Peter wird sich aber bereits in den kommenden Wochen diverse regionale Produktionen anschauen.

www.luzernertheater.ch  www.freilichtspiele-luzern.ch

www.gabrielabucher.ch

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst
Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

LANDSCHAFTSTHEATER BALLENBERG 2017, Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden, Eine starke Frau für den Ballenberg

Landschaftstheater Ballenberg Impression Veronika Gut 2017
Landschaftstheater Ballenberg Impression Veronika Gut 2017
Das Landschaftstheater Ballenberg inszeniert dieses Jahr einen spannenden historischen Stoff. „Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden“ erzählt die Geschichte einer mutigen und umstrittenen Frau, die vor 200 Jahren der französischen Besatzung die Stirn bot und dafür einen hohen Preis bezahlte.

Nach zwei sehr erfolgreichen Theatersaisons mit „Ueli der Knecht“ und „Ueli der Pächter“ von Jeremias Gotthelf wagt sich das Landschaftstheater Ballenberg diesen Sommer an einen neuen Stoff. Der Berner Autor Andreas Berger hat ein Theaterstück zu einer der herausragendsten und umstrittensten Frauenfiguren der Schweizer Geschichte geschrieben: Veronika Gut (1757 – 1829). Die reiche Witwe wehrte sich hartnäckig gegen die neue Ordnung, welche die Franzosen um 1800 in die Schweiz brachten, und zahlte dabei einen hohen Preis. Das Landschaftstheater zeigt ein spannendes Stück Schweizer (Frauen-)Geschichte.

Regie führt die Bernerin Marlise Fischer, die früher als Schauspielerin auf dem Ballenberg auftrat und daher die besonderen Verhältnisse bestens kennt. In den Hauptrollen sind die in Stans aufgewachsene Berner Schauspielerin Karin Wirthner (als Veronika Gut) und die bekannte Schauspielerin Silvia Jost (Chalen-Dorli) zu sehen. „In meiner Kinder- und Schulzeit war Veronika Gut kein Thema. Ich kannte den Namen einzig, weil es in Stans einen Veronika-Gut-Weg gibt“, erzählt Karin Wirthner und ergänzt: „Daher begrüsse ich es besonders, dass sich das Landschaftstheater Ballenberg dieser einzigartigen und mutigen Frau widmet und sie endlich schweizweit bekannt macht“.

Das Stück spielt in Nidwalden um 1800. Nur zwei Jahre nach dem verheerenden Krieg zwischen Franzosen und Nidwaldner, als rund 400 Einheimische starben und ganze Dörfer zerstört wurden. Die Anhänger des Ancien Régime, Vaterländer genannt, kämpfen im Untergrund gegen die Anhänger der von Napoleon eingesetzten helvetischen Regierung. Veronika Gut, eine reiche Witwe und Mutter von sieben Kindern, steht auf der Seite der Vaterländer. Mit Mut, politischem Geschick und Geld befeuert sie den Widerstand gegen die verhasste neue Ordnung.

Das Spiel dreht sich um das bewegte Leben von Veronika Gut, mitten in den Wirren des Umbruchs. Gut wird bewundert und gehasst – die kriegsgeschädigte Bevölkerung ist tief gespalten. Aber über alle Gräben hinweg gibt es auch Tröstliches, denn trotz allem haben die Stanser weder ihren Überlebenswillen noch ihren Humor verloren. Und Chalen-Dorli (Silvia Jost), eine Heimatlose, rückt manche Verirrungen wieder ins rechte Licht.

„Das Stück ist vielleicht weit aktueller, als es uns lieb ist“, meint der Autor Andreas Berger. „Auch wir leben in Zeiten des Umbruchs und der Spannungen, die unsere Gesellschaft, lokal und global, noch mehr zu spalten drohen. Ich bin überzeugt, dass es dem Landschaftstheater Ballenberg gelingen wird, einen spannungsgeladenen historischen Stoff auf berührende aber auch lebensfrohe Weise zu inszenieren.“

 

Wechsel im Präsidium

Die ehemalige Berner National- und Regierungsrätin Elisabeth Zölch Bührer aus Muri tritt nach acht Jahren als Präsidentin des Vereins Landschaftstheater Ballenberg zurück. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Landschaftstheater Ballenberg zu einem der erfolgreichsten Freilichttheater der Schweiz. Vor allem die letzten beiden Jahre mit „Ueli“ von Jeremias Gotthelf waren ein grosser Publikumserfolg. Einen gewichtigen Anteil zum Erfolg trug auch die Produktions- und Geschäftsleiterin Marianne Kuchen aus Unterseeen bei. Auch Kuchen trat vor wenigen Monaten zurück. Ihr Nachfolger ist Christian Sidler aus Stalden (OW).

Der Nachfolger von Elisabeth Zölch ist der Berner BDP-Nationalrat und Gemeindepräsident von Stettlen, Lorenz Hess: „Ich freue mich sehr auf die spannende und herausfordernde Aufgabe. Es ist natürlich wunderbar, einen so erfolgreichen und in der ganzen Deutschen Schweiz bekannten Theaterverein leiten zu dürfen!“

Elisabeth Zölch dankte an der Medienkonferenz allen Sponsoren für die finanzielle Unterstützung der diesjährigen Inszenierung. Sie konnte verkünden, dass das Landschaftstheater Ballenberg neu von Coop als Hauptsponsor unterstützt wird.

Vorverkauf und Aufführungsdaten

 

Der Vorverkauf für „Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden“, startet am Montag, 3. April. Tickets können dann unter www.landschaftstheater-ballenberg.ch gebucht werden.

 

Die Aufführungsdaten 2017: Premiere 5. Juli. Weitere Aufführungen jeweils Mittwoch bis Samstag: 7. / 8. / 12. / 13. / 14. / 15. / 19. / 20. / 21. / 22. / 26. / 27. / 28. / 29. Juli sowie 2. / 3. / 4. / 5. / 9. / 10. / 11. / 12. / 16. / 17. / 19. August.

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst
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Bischofsexperiment und Lutherwein: Reformationsgeschichten in Saale-Unstrut

Unweit der Lutherstädte Wittenberg und Eisleben, in Saale-Unstrut, hat die Reformation deutliche Spuren hinterlassen. Im Hochmittelalter noch blühte in der Kulturlandschaft zwischen Leipzig und Weimar der Katholizismus. Anfang des 13. Jahrhunderts wohnte zeitweise die Heilige Elisabeth von Thüringen hier. Nur drei Jahrhunderte später wurde die Region zum bedeutenden Schauplatz der protestantischen Revolution. In Sonderführungen und Ausstellungen spüren Besucher dem folgenschweren Wandel nach – und degustieren ein Glas vom edlen Lutherwein.

- Naumburg: Luther weiht den ersten evangelischen Bischof -

Der Naumburger Dom, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler aus dem Hochmittelalter, wurde am 20. Januar 1542 Zeuge eines brisanten Vorfalls: Martin Luther weihte seinen gleichaltrigen Freund Nikolaus von Amsdorf zum ersten evangelischen Bischof in Deutschland. Ein Affront. Das Domkapitel hatte erst kurz zuvor den katholischen Bischof Julius von Pflug gewählt. Der Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen widersetzte sich diesem Beschluss der hohen Geistlichen, da er sich einen reformatorischen Nachfolger wünschte.

Von Amsdorfs Weihe erregte großes Aufsehen. Mehr als Eintausend Menschen sollen bei der feierlichen Zeremonie dabei gewesen sein. Luther hielt die Predigt und segnete den neuen Bischof persönlich. Doch die Katholiken erkannten ihn nicht an. Das „Naumburger Bischofsexperiment“ scheiterte.

Erst 1568 setzte sich die Reformation in Naumburg durch. Nikolaus Medler, Superintendent an der Stadtkirche Sankt Wenzel, trieb die Bewegung entscheidend voran. Er verfasste eine Kirchen- und Schulordnung, die von Luther geprüft und bestätigt wurde.

Im Naumburger Dom St. Peter und St. Paul erinnert heute eine Figur des Reformators an der mittelalterlichen Kanzel an das Bischofsexperiment. Bekannter sind die Stifterfiguren Uta und Eckhart von Naumburg im Westchor. Uta gilt als schönste Frau des deutschen Mittelalters. Umberto Eco schreibt in seiner „Geschichte der Schönheit“: „Wenn Sie mich fragten, mit welcher Frau in der Geschichte der Kunst ich gerne essen gehen und einen Abend verbringen würde, wäre da zuerst Uta von Naumburg.“ Im Reformationsjahr bietet die Stadt Naumburg Sonderführungen durch den Dom und die Stadt an.

- Merseburg: Luther wettert gegen das Zölibat -

Noch 1521 wurden in Merseburg Schriften Luthers vor dem Dom verbrannt. Doch die Reformation hielt wenige Jahre später auch hier Einzug. Luther führte 1545 Fürst Georg III. im Merseburger Dom zum „Beistand in geistlichen Angelegenheiten“ ein.  Der Fürst hatte Luthers Lehre eingehend studiert und bekannte sich 1530 dazu. Zwei Tage später predigte Luther bei der Trauung eines Domherren mit dessen ehemaliger Haushälterin und kritisierte das Zölibat scharf: „Das Binden aber und Geloben, Keuschheit zu halten und unehelich zu bleiben, ist neu vom Teufel und den leidigen Mönchen, den Schändern Gottes Ordnung und des heiligen Ehestandes, erfunden und erdacht.“

Insgesamt sechs Tage hielt sich der Reformator in Merseburg auf. Eine Bronzeplatte im Dom erinnert daran. Der Dom St. Johannes und St. Laurentius ist das herausragende Baudenkmal in der einstigen Pfalz- und Bischofsstadt. Die einstündige Sonderführung „Vom Bischofsstuhl zur Hofkirche – Der Merseburger Dom im Wandel der Reformation“ gewährt einen Einblick in diese Zeit.

Während seines Besuchs soll Luther einen lilafarbenen Mantel aus Seide getragen haben. Der Reformator wurde so sehr verehrt, dass der Mantel in viele kleine Stoffteile zerschnitten und verkauft wurde. Übrig blieben nur ein Stück über der rechten Schulter und das aufwendig gestickte Jesuskreuz der Rückseite.

- Zeitz: Luthers Nachkommen haben die Stadt geprägt -

Zwei Tage nach der Amtseinführung Nikolaus von Amsdorfs in Naumburg hielt dieser am 22. Januar 1542 seine Antrittspredigt im heutigen Dom St. Peter und Paul in Zeitz. Am Nachmittag predigte Luther über „die große Macht und Kraft der Worte Gottes“ im Franziskanerkloster zu Zeitz. In den Folgejahren reiste Luther weitere Male nach Zeitz und besuchte seinen Freund Nikolaus von Amsdorf in dessen Bischofsresidenz, dem heutigen Schloss Moritzburg.

Die Stadt Zeitz wurde zudem durch Luthers Nachkommen geprägt. Johann Ernst Luther, ein Enkel des Reformators, wurde in der Michaeliskirche getraut. Mit seinen acht Kindern begründete er die Zeitzer Lutherlinie. Sein Grabstein ist in die Wand des Kreuzgangs am Dom St. Peter und Paul in Zeitz eingelassen.

Im Torhaus der Moritzburg in Zeitz befindet sich die Lutheridenbibliothek, eine umfangreiche Sammlung wertvoller Bücher und Dokumente, zusammengetragen von Luthernachfahren. 1882 entdeckte man in der Bibliothek der Michaeliskirche einen Originaldruck der 95 Thesen aus dem Jahr 1517. Es gibt nur sechs dieser Plakatdrucke auf der Welt. Besucher können eine Nachbildung der Rarität im Gemeindezentrum besichtigen.

Zeitz würdigt im Reformationsjahr den Theologen Julius Pflug mit einer Sonderausstellung. Der Katholik gilt als wichtigster Vordenker der Ökumene, da er sich für die Einheit der Kirche engagierte. Die Ausstellung „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“ im Schloss Moritzburg, im katholischen Dom St. Peter und St. Paul, in der Stiftsbibliothek und in der evangelischen Kirche St. Michael zeigt die Reformationsbestrebungen der katholischen Kirche.

- Lutherwein: Edle Tropfen erinnern an Luthers Liebe zum Wein -

Das Leben Luthers lässt sich nicht ohne seine Liebe zum Wein erzählen. Bekannt sind seine Sprüche: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Thor sein Leben lang“ und „Der Wein ist unter allen Früchten die alleredelste in der ganzen Welt, der das Herz des Menschen erquickt und erfreut“. Seine Familie soll selbst Wein angebaut haben. Deshalb widmen sich gleich drei Weingüter in Saale-Unstrut dem Lutherwein.

Das Weingut Hoffmann in Höhnstedt liegt am Lutherweg, der die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben miteinander verbindet. Seit 2009 vermarktet das Weingut seinen Traminer als Lutherwegwein. Mit jeder verkauften Flasche gehen fünf Prozent des Erlöses an den Lutherweg. Das Weingut Herzer in Naumburg bietet seit vorigem Jahr zwei Lutherweine an, einen Blauen Zweigelt und einen Weißen Burgunder. Die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut hat zum Reformationsjahr einen trockenen Weißburgunder aus dem Jahr 2015 als „Luthertraube“ ausgewählt.

- Reiseinformationen -

Wichtigstes Tourismusportal für die Region Saale-Unstrut ist www.saale-unstrut-tourismus.de

. Hier informiert der ansässige Tourismusverein über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der gewachsenen Kulturlandschaft und bietet Buchungsmöglichkeiten für Unterkünfte. ■

Lutherjahr 2017 in Saale-Unstrut

Naumburg
• Erlebnisstadtführung der Stadt Naumburg: „Das Bischofsexperiment“, 8. April und 31. Oktober und ganzjährig für Gruppen bis 25 Personen buchbar

• „Beim Schwein sag ich nicht nein“ –Erlebnisführung mit Luther-Menü, 31. März und 30. Oktober

• Erlebnisführung der Stadt Naumburg: „Mit Feder und Tinte“, Rundgang mit „Stadtschreiber Nikolaus Krottenschmidt“ (ganzjährig für Gruppen buchbar)

Merseburg
• Sonderführung im Dom: „Vom Bischofsstuhl zur Hofkirche – Der Merseburger Dom im Wandel der Reformation“, 30. Juni, 28. Juli, 25. August und 27. Oktober jeweils 17 Uhr, Anmeldung beim Besucherservice 03461/210045

• 47. Merseburger Orgeltage „Die Macht der Musik – Musica sacra über den Konfessionen“, 16. bis 24. September 2017

• Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg: Sonderausstellung „Das Merseburger Experiment. Fürst Georg III. von Anhalt als Reformator und evangelischer Bischof (1544-1548)“, 20. Mai bis 30. August 2017

Zeitz
• Sonderausstellung „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“ vom 5. Juni bis 1. November 2017, Orte: Museum Schloss Moritzburg, Dom St. Peter und Paul, Stiftsbibliothek, evangelische Kirche St. Michael

Lutherwein
• Weingut Hoffmann in Höhnstedt (www.weingut-hoffmann-alte-schrotmuehle.de): Lutherwegwein

• Weingut Herzer in Naumburg (www.weingut-herzer.de): Lutherwein

• Winzervereinigung Freyburg-Unstrut (www.winzervereinigung-freyburg.de): Luthertraube
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