Angela Merkel hat sich in Davos zu mehr Europa bekannt. Das ist richtig. Ebenso wie ihre Klarstellung, dass die Europaliebe die Deutschen nicht unbegrenzt kosten darf. Merkels Botschaft ist klar: Deutschland hat richtig gehandelt - nun sollen die anderen es dem Primus nachmachen. Das hören viele nicht gerne, denn bei Eigenlob ist es ein bisschen wie in der Schule. Man möchte dem disziplinierten Streber gern eins auswischen - doch sachlich gibt es wenig zu meckern: Deutschland steht - anders als Camerons Großbritannien - in Sachen Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitslosenquote gut da. Erkauft hat sich der unbeliebte Musterschüler das mit harten Reformen der Schröder-Zeit und jahrelanger Lohnzurückhaltung. Und die fordert Merkel nun von den anderen.
Merkel in Davos - Mehr Europa aber Europaliebe darf die Deutschen nicht unbegrenzt kosten
Hartz IV: Alleinerziehende haben kaum Chancen in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden
Weniger Menschen als jemals zuvor beziehen Hartz IV - eine gute Nachricht. Erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist stets auch gute Sozialpolitik. Der Boom am Arbeitsmarkt verringert die Armut. Auf den zweiten Blick gibt es aber nur mit Einschränkungen Grund zum Jubeln. Die Bundesagentur offenbart in ihren Zahlen eben auch, dass sie an einigen Stellen keine Triumphe zu verkünden hat. Diese Information lässt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei ihrem Schulterklopfen natürlich weg. Bei der Vermittlung von Alleinerziehenden in den ersten Arbeitsmarkt kommt sie nicht voran. Licht und Schatten gibt es auch bei der Kinderarmut.
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"Ihr Platz" Mitarbeiter zittern schon wieder
Dass eine Planinsolvenz Erfolg haben kann, zeigt das Beispiel Ihr Platz. Bitter nur, dass die Drogerie-Kette nun ein zweites Mal innerhalb von sieben Jahren gerettet werden muss. Die Schlecker-Tochter sollte neben dem Billig-Anbieter als Premium-Drogist glänzen. Deshalb wurde sie übernommen. Das Konzept ist nicht aufgegangen. Verglichen mit den Konkurrenten dm und Rossmann entwickelte sich Ihr Platz zu sehr in Richtung Discounter. Das war nicht der einzige Fehler: Auch beim Umgang mit den Mitarbeitern scheint das Schlecker-Prinzip etwas zu sehr um sich gegriffen zu haben. 2010 stand Ihr Platz wegen eines Überwachungs-Skandals in den Schlagzeilen.
Österreichische Investoren greifen nach Praktiker
Eine österreichische Investorengruppe um die Fondsmanagerin Isabella de Krassny versucht nach Informationen der Lebensmittel Zeitung, beim Baumarktkonzern Praktiker mehr Einfluss zu nehmen. De Krassny hält gemeinsam mit der Semper Constantia Invest mittlerweile 13 Prozent der Praktiker-Anteile. Diese Woche übersprang die Tochtergesellschaft der Semper Constantia Privatbank, bei der de Krassny Prokuristin ist, die Meldeschwelle von fünf Prozent. Die Investoren aus Wien sind gemeinsam die größten Aktionäre bei Praktiker, nahmen bislang jedoch keinen direkten Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Künftig will de Krassny aber offenbar eine aktive Rolle bei dem Baumarktkonzern spielen und plant nach Informationen der Lebensmittel Zeitung (LZ), den Aufsichtsrat neu zu besetzen. De Krassny war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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